Initiative gegen die Pferdesteuer

Der Umgang mit Pferden, sei es Reiten in der Halle, im Gelände oder bereits die tägliche Versorgung der Pferde, erfordert und trainiert die körperliche Aktivität. Vom Göttinger Tageblatt auf das therapeutische Reiten angesprochen hat der Leitende Oberarzt an der Universitätsmedizin Dr. Bernhard Kis die damit in einzigartiger Weise erzielbaren Erfolge herausgestellt. "Über das Tier lernen die Patienten auf eine nicht sprachliche Art zu kommunizieren. Auch der Körperkontakt ist wichtig. Eigentlich ist der Einsatz bei sehr vielen psychischen Krankheitsbildern sinnvoll." Dieser Beitrag ist nachzulesen über:

http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/Therapeutisches-Angebot-mit-Pferden-Ein-ganzheitliches-Erlebnis

Körperliche Aktivität und Anstrengung sind unverzichtbarer Teil der Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung und sollten daher weder direkt noch indirekt mit einer Steuer belegt werden. Verantwortliche Kommunen halten sich an dieses Prinzip. Die von verschiedenen Kommunen eingeführte Pferdesteuer ("Gegenstand der Pferdesteuer ist der Aufwand für das Halten und Benutzen von Pferden zur Freizeitgestaltung im Stadtgebiet Bad Sooden-Allendorf", § 2 der Satzung) richtet sich eindeutig gegen die gesundheitsförderlichen Aktivitäten ihrer Bürger und trifft insbesondere die Kinder und Jugendlichen bereits benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Sie hemmt deren gesundheitliche Entwicklung und verringert ihre Chancen für eine Zunahme an Selbstvertrauen und sozialer Kompetenz. 

Die Initiative "Gesundheitsregion Nordhessen" macht es sich zum Ziel, Nordhessen als besonderen Standort und als Zentrum der Prävention und Gesundheitsversorgung beispiehaft weiterzuentwickeln. Die in verschiedenen nordhessischen Kommunen eingeführte Pferdesteuer verdeutlicht nun eindrucksvoll, dass ein solches Ziel ohne Zustimmung und Unterstützung der regionalen Politik nicht überzeugend erreicht werden kann.  

Bundesweit wurde die Pferdesteuer erstmals in dem hessischen Kurort Bad Sooden-Allendorf eingeführt. Kliniken der Wickergruppe wie die Sonnenberg-Klinik und die Klinik Hoher Meißner bieten hier u.a. ganzheitliche und physikalisch-rehabilitative Behandungskonzepte an.    

Die Pferdesteuer ist aus präventivmedizinischer Sicht nicht zu verantworten. Eine vorwiegend von Ärzten getragene Initiative stellt sich daher mit Nachdruck dieser kommunalen Steuer entgegen. Sport und Bewegung sind für Kinder im höchsten Maße förderlich, so Prof. Dr. med. H. Löllgen, Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention - Deutscher Sportärztebund,  in einer pers. Mitteilung.

Der Text dieser Initiative lautet:

"Offener Brief an die Stadtverordneten von Bad Sooden-Allendorf:
Ärzte und Sportpädagogen wenden sich gegen die Pferdesteuer in Bad Sooden-Allendorf und unterstützen die Förderung von Bewegung durch Umgang mit Pferden


Körperliche Bewegung ist das zentrale Element bei der Förderung von Gesundheit. Die Stärkung der physischen Motorik wirkt gesichert präventiv auf viele und ganz unterschiedliche Krankheitsrisiken und trainiert gleichermaßen physische, mentale und emotionale Fähigkeiten.

Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren leisten durch ihren Umgang mit Pferden in Freizeit und Sport einen wichtigen Beitrag zur Förderung ihrer eigenen Leistungsfähigkeit und Gesundheit und geben auch ein positives Beispiel für andere.

Die in Bad Sooden-Allendorf im Jahr 2012 eingeführte Pferdesteuer wirkt diesen gesundheitsförderlichen Aktivitäten entgegen und beeinträchtigt das Therapeutische Reiten. Sie unterdrückt damit gesundheitsförderliche Verhaltensweisen bei Jung und Alt in Bad Sooden-Allendorf.

Die diesen Offenen Brief unterzeichnenden Ärzte und Sportpädagogen fordern daher die Stadtverordneten von Bad Sooden-Allendorf auf, die Pferdesteuersatzung unverzüglich zurückzunehmen.

Die Pferdesteuer ist aus unserer Sicht auch unvereinbar mit der Schwerpunktsetzung dieser Stadt, die bewegungstherapeutische Maßnahmen als wesentliches Element zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen und Rehabilitationsmaßnahmen im Rahmen des Kurbetriebs ausweist."

Den entsprechenden Bericht in der Witzenhäuser Allgemeinen können Sie hier nachlesen:

  http://www.hna.de/lokales/witzenhausen/neue-proteste-aerzte-wenden-sich-gegen-pferdesteuer-3338391.html

Ein ärztlicher Kollege berichtete in einem Leserbrief, wie wichtig Reittherapie und der Umgang mit Pferden für behinderte Menschen sind und welche Nachteile sich vor allem für diese Menschen mit der Einführung der  Pferdesteuer ergeben:  HNA vom 13.03.14   

Die Liste der die Initiative unterstützenden Personen und Einrichtungen befindet sich auf der Seite "Pferdesteuer bundesweit?".