Asthma, Neurodermitis und Kontakt zu Tieren im ländlichen Raum

 

Die Verminderung der Häufigkeit von allergischen Erkrankungen im Kindesalter wie Neurodermitis und Asthma ist ein wichtiges allgemeines Schutzziel.  Bewegungsaktivitäten und das Freiraumangebot sind auch hier von Bedeutung. In der 2014 aktualisierten Leitlinie Allergieprävention der AWMF, dem Portal der wissenschaftlichen Medizin, werden die aus Expertensicht gesicherten Erkenntnisse zur Verhütung von allergischen Erkrankungen im Kindesalter wie Asthma und Neurodermitis  zusammengetragen.
Einmal wird der Vermeidung von Übergewicht im Kindesalter bei der Allergieprävention eine hohe Bedeutung zugewiesen. Übergewicht wiederum steht im Zusammenhang mit Bewegungsmangel und den unzureichenden Spiel- und Freiraumbedingungen für Kinder im Wohngebiet.
Auch bei dem Umgang mit Haustieren wie auch dem Kontakt zu Nutztieren („Leben auf dem Bauernhof“)  stehen gemäß der Leitlinie Allergieprävention die positiven Auswirkungen, also die Schutzfaktoren in Bezug auch allergische Erkrankungen im Vordergrund.  
So senken das Aufwachsen auf dem Bauernhof und die Nähe zu hier gehaltenen Tieren das Allergierisiko durch eine frühkindliche unspezifische Immunstimulation deutlich (s. Leitlinie Allergieprävention, aktualisiert 2014). Erklärt wird diese Schutzfunktion damit, dass im bäuerlichen Umfeld die körpereigene Abwehr durch die Nähe zu Tieren und damit zu einer Vielfalt im Grunde harmloser Keime gefördert und gleichzeitig das Allergierisiko reduziert wird. Die Auseinandersetzung des Immunsystems mit „Umweltkeimen“ im ländlichen Umfeld führt gewissermaßen zu einem immunologischen Lern- und Reifungsprozess beim Kind mit dem Ergebnis, weniger wahrscheinlich an einer Allergie zu erkranken. Gleichermaßen werden in der angesprochenen Leitlinie auch die üblichen Impfungen im Kindesalter empfohlen.

Bezüglich des Haltens von Haustieren scheint ebenso die Hundehaltung mit einer deutlichen Risikoverminderung für das atopische Ekzem verbunden zu sein. Bei Risikokindern, also Kindern mit einem an Allergie erkrankten Elternteil, sollten jedoch entsprechend der Leitlinie Katzen nicht in den Haushalt aufgenommen werden.