Hundesteuer, Gesundheitsförderung und Existenzminimum

 

„Eigentlich müsste es Hunde auf Rezept geben“, so fasst der Beitrag der FOCUS-Online-Redakteurin Sybille Möckl die vielfältigen positiven Effekte der Hundhaltung auf die Gesundheit der Hundebesitzer zusammen (FOCUS-Online 26.06.2013). Unter Berücksichtigung einer großen Zahl klinischer Studien hatte die American Heart Association, eine amerikanische medizinische Dachorganisation, eine Schutzwirkung der  Haustier- und insbesondere der Hundehaltung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen (cardiovascular disease, CVD) eindeutig festgestellt: „Pet ownership, particularly  dog ownership, is probably associated with decreased CVD risk (Level of Evidence: B)“ (Circulation.2013;127).

Wenn auch mancher Arzt seinen Patienten die Hundehaltung am liebsten verschreiben würde,  so sehen Kommunen in Deutschland diese Tierhaltung aus ganz anderem Blickwinkel. Über eine Hundesteuer belasten sie das Haushaltsbudget der Hundehalter nicht unerheblich und können damit die Hundehaltung durchaus in Frage stellen, insbesondere wenn das verfügbare Einkommen im Bereich des Existenzminimums liegt, z.B.  bei Sozialhilfeempfängern und niedrigen Renten. Den Hund als wichtigen, die Gesundheit fördernden Lebenspartner können sich dann diese Personen  ohne Verzicht auf andere lebensnotwendige Güter nicht mehr leisten.

Aus Gründen der  Sozial- und Gesundheitsfürsorge befreien daher einige Gemeinden den finanziell bedürftigen Hundehalter von der Hundesteuer. Diese Gemeinden leisten also ganz bewusst einen Beitrag, um die Gesundheit dieser Einzelpersonen oder Familien mit niedrigem Einkommen zu fördern. Ein entsprechender Antrag, dass die Hundesteuer aus Billigkeitsgründen ganz oder teilweise erlassen wird, kann beispielsweise beim Finanzamt in Hamburg eingereicht werden.